
Tja, wie soll ich solch einen Anime bewerten? Ich kann euch versprechen, das es mir nicht leicht gefallen ist und das ich noch immer unsicher hin und her schwanke. Mag ich ihn nun, oder liebe ich ihn sogar? Es gab auch Episoden, wo ich ihn ehrlich gesagt abgrundtief gehasst habe! Nana ist Gefühls- und Lebenschaos pur. Ein Anime, der eigentlich richtig gut ist, der aber begleitet wird von einem unangenehmen "GZSZ"-Charme, der mir ganz und gar zuwider ist! Nana zeigt uns eine Gruppe junger Erwachsener, deren Leben, deren Freude und deren teils unendliches Leid. Dabei versucht der Anime das ganze relativ realitätsnah rüber zu bringen, was meiner Meinung nach nicht wirklich gelingt, weil einfach "zu viel" passiert...und das auch noch in relativ kurzer Zeit. Die Charaktere an sich sind authentisch, das ist nicht das Problem. Die Masse an Dramen ist es, die mich an "GZSZ" erinnert. Das ist nicht realistisch...aber egal eigentlich... Wenn ich vom "GZSZ"-Feeling absehe, stelle ich fest, das der Nana-Anime durchaus sehenswert ist! Ganz angenehm finde ich, das es sich hier nicht um den üblichen High-School-Shoujo handelt. Nein, die Personen hier sind schon einen Schritt weiter und treten gerade ein in ein Leben als Erwachsene. Dabei passieren durchaus erwachsene Dinge, so was wie Sex zum Beispiel. Es wir getrunken, geraucht, nach Jobs gesucht, geliebt, gehasst, geneidet und geheult. In vielen Situationen stehen die Figuren und deren japanische Mentalität sich selbst im Weg. Einige der gezeigten Dramen wären total vermeidbar gewesen und wirkten auf mich eher aufgesetzt. Es ist aber schon unterhaltsam zu sehen, wie sie alle (denn es werden mit der Zeit immer mehr Charaktere) sich entwickeln...wenn...ja wenn nicht leider der Anime immer weiter ins Drama abdriften würde. Da fragt man sich teilweise wirklich, wie die Protagonisten jemals wieder glücklich werden sollen. Was lustig und unterhaltsam anfängt wird immer düsterer und endet dann im großen Nichts, denn der Anime endet mitten in der Geschichte, während der Manga noch viele weitere Bände aufweist. Ich selbst bin zwar auf eine Art und Weise froh, das der Manga nicht weiter verfilmt wurde (denn es wird noch weitaus trauriger, dramatischer und vor allem absurder), aber unrund ist das ganze dennoch. Der Nana-Anime hinterließ bei mir das beißende Gefühl von "warum hab ich mir das alles reingezogen", "für nichts und wieder nichts?". Andererseits hat mich schon lange kein Anime mehr bewegt so viel dazu zu schreiben. Das gemeine dabei ist, das ich ihn am Anfang wirklich mochte! Bis zu einem gewissen Punkt war ich tatsächlich Fan! Es ist so schwer, dieses Phänomen zu erklären ;_;... Fakt ist, Nana ist grandios und in einem völlig "anderen" Style gezeichnet. Die Zeichnungen sind flüssig und Tokyo wurde hübsch in Szene gesetzt. Besonders gut haben mir die Szenen gefallen, in denen die Protagonisten singen und Konzerte haben. Die reinste Augenweide! Auch der Soundtrack ist grandios. Die Songs gehen wunderbar ins Ohr, sind ganz und gar nicht kitschig und auch außerhalb des Animes angenehm! Fazit...der Anime ist meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen. Zum einen hat er was von einem exzentrischen Meisterwerk, zum anderen wirkt er wie eine überdramatische Soap. Ich würde sagen es ist eine Frage des persönlichen Geschmacks, ob man ihn nun mag oder nicht und ob man ihm überhaupt eine Chance gibt...